1194, neueste Quellen sprechen von 1192, war das Gründungsjahr der Stadt Wiener Neustadt. So wie die meisten Städte des Mittelalters war sie beinahe zur Gänze aus Holz gebaut. Es war daher nur logisch, dass Feuersbrünste eine starke Bedrohung für die Bürger darstellten. Wiederholt wurde die Stadt von verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht, von welchen die im Jahr 1316 eine der ärgsten war. Sämtliche Häuser wurden damals in Schutt und Asche gelegt. Zweifellos war die Bauart der Häuser für die starken Zerstörungen verantwortlich, doch ist sicherlich einer der Ursachen in der unzureichenden Einrichtung von Löschanstalten zu suchen. In einer Feuerlöschordnung aus dem Jahre 1451 findet man zum ersten Male die Erwähnung von Feuerspritzen, also von maschinellen Geräten, zur Brandbekämpfung. Im Jahre 1784 wurde nach Muster der für Wien erlassenen Theresianischen Feuerlöschordnung eine Feuerlöschordnung erlassen, welche in mehreren Abschnitten sehr ausführliche Bestimmungen darüber enthielt, was zur Brandverhütung zu beachten war, wie die Brandmeldung erfolgen sollte, wer die Feuerlöschgeräte zu bedienen hatte und was nach gelöschten Bränden vorzukehren war. Der Brand am 28. August 1851 bei dem 45 Scheunen ein Raub der Flammen wurden, war wohl ausschlaggebend dafür, dass die Gemeindevertretung sich intensiv mit der Umgestaltung des Löschwesens, das sich wieder einmal als unzureichend erwiesen hatte, befasste.

Doch erst nach dem Krieg mit Italien im Jahre 1859, als sich die schon im Jahre 1848 angestrebte bürgerliche Freiheit zu verwirklichen begann, entstanden eine ganze Anzahl von Vereinen. So war es in Wiener Neustadt im Jahre 1862, als von einigen Mitgliedern des Turnrates die Anregung erfolgte eine Turnerfeuerwehr zu errichten. Am 23. Juli 1862 wurden vom Gemeindeausschuss die Satzung dieses Vereines genehmigt und diesem auch eine Anzahl von Feuerlöschgeräten aus dem Gemeindevorrat übergeben. Am 26. Oktober 1862 fand die erste konstituierende Hauptversammlung, in welchem Dr. Wedl zum Kommandanten gewählt wurde, statt. Die erste große Bewährungsprobe, nicht aber den ersten Einsatz, hatte die Feuerwehr Wiener Neustadt am 5. März 1863 in der Tonwarenfabrik des Herrn Brandenburger, wo durch das energische Eingreifen ein Ausbreiten des Brandes auf Nachbarobjekte verhindert werden konnte.


Wohl hatte die Stadtgemeinde der Freiwilligen Feuerwehr bestimmte Geräte überlassen, doch musste die Turnerfeuerwehr nunmehr Neubeschaffungen selbst vornehmen. Besonders, solange in Wiener Neustadt noch keine Wasserleitung bestand, erforderte die Instandhaltung großer Schlauchvorräte viele Geldmitteln. Wie bei allen gemeinnützigen Institutionen - und wie es zum Teil auch heute noch der Fall ist - musste auch hier der Weg beschritten werden, durch Bitten um freiwillige Spenden die nötigen Geldmittel aufzutreiben.

In dieser Zeit gab es natürlich in den umliegenden Ortschaften entweder noch gar keine oder nur sehr primitiv eingerichtete Feuerwehren, doch dürfte das Beispiel Wiener Neustadt in der gesamten Umgebung Eindruck gemacht haben, was sich daraus schließen lässt, dass die ältesten Feuerwehren Niederösterreichs in Leobersdorf (gegründet 1864), Gloggnitz (gegründet 1864), Baden und Vöslau anzutreffen sind. Im Jahre 1870 übernahm die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wiener Neustadt die Verpflichtung, auch außerhalb des Stadtgebietes bei Bränden Hilfe zu leisten, sie wurde also zur Stützpunktfeuerwehr im heutigen Sinn.

Zur Zeit des 25. Jubiläums unserer Feuerwehr, im Jahre 1887, zählte diese 175 Mitglieder, und zwar zwei Hauptleute, vier Zugsführer, einen Zeugmeister, 42 Steiger, 82 Löschmänner, 18 Sanitätsmänner und 46 Schutzmänner. Auch die maschinelle Ausrüstung war beachtlich. Sie verfügte über 13 pferdebespannte Fahrzeuge, Steckleitern, fünf dreiteilige Dachleitern, 800 m Schläuche und einen beachtlichen Vorrat von Arbeitswerkzeugen für Waldbrände und ähnliches. Im Jahre 1892 schaffte Kommandant Dr. Wedl, als letzte Ruhmestat seiner Tätigkeit, die erste Dampfspritze an.


Im Jahre 1896 übernahm k.k. Baurat Ing. Julius Schwarz das Kommando. Die nun folgende Epoche war gekennzeichnet durch den Siegeszug der Maschinen im Feuerwehrwesen. Ing. Schwarz sorgte für die Anschaffung einer zweiten und dritten Dampfspritze und auch für die Motorisierung der Feuerwehr Wiener Neustadt. Etwa zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde das erste Motorfahrzeug, nämlich eine Automobilspritze Type Daimler 920, angeschafft. Während des Krieges hatte die Feuerwehr und die ihr angeschlossene Rettungsabteilung gewaltige Aufgaben zu bewältigen, die einerseits in den Anlagen der Kriegsindustrie, andererseits beim Verwundetentransport lagen. Nach dem Krieg ging die Feuerwehr dazu über vollkommen auf Kraftfahrzeuge umzusteigen. Dies musste aufgrund mangelnder Geldmittel und schlagkräftiger Fabrikation, teilweise in Eigenregie in Werkstätten der Wiener Neustädter Industrie durchgeführt werden, zum Teil wurden auch bis zum 2. Weltkrieg gebrauchte Löschfahrzeuge der Feuerwehr der Stadt Wien angekauft.


Am 12.03.1933 wurde das Fabriksgebäude der ehemaligen Reyer'schen Zuckerfabrik erworben, renoviert und in ihm wurde die erste Niederösterreichische Feuerwehrschule errichtet. Ihre Leiter war der damalige Kommandantstellvertreter der Stadtfeuerwehr, Bezirkskommandantstellvertreter Erich Lauberer. Die Landesfeuerwehrschule blieb bis 1950 in Wiener Neustadt und übersiedelte dann nach Tulln.

Der Gerätestand im Jahre 1938 betrug acht Kraftfahrzeuge, eine Dampfspritze und fünf Sanitätskraftwagen.

Die Machthaber des dritten Reiches wussten genau, dass bei der damaligen Entwicklung der Luftstreitkräfte im eigenen Land, wie beim damaligen Gegner, mit Luftangriffen und heftigen Zerstörungen zu rechnen sein werde. Dementsprechend wurde für solche Fälle weitgehend vorgesorgt und eine große Anzahl von Geräten modernster Bauart in den Dienst gestellt. Nach Kriegsbeginn wurde die sogenannte Feuerschutzpolizei aufgestellt, deren Chargen sich hauptsächlich aus bewährten Feuerwehrmännern, und deren Mannschaft aus nichtkriegsdiensttauglichen Einwohnern unserer Stadt und der näheren Umgebung zusammensetzten. Die Männer der Luftschutzpolizei gingen ihren normalen Berufen nach, teils wurden sie aber besonders zur Zeit der heftigen Angriffe kaserniert. Knapp vor Kriegsende wurden sämtliche Einheiten der Luftschutzpolizei nach Westen verlegt, nur zwei Gasspritzen und die alte Dampfspritze blieben zurück.

Das Jahr 1945 brachte für Wiener Neustadt im wahrsten Sinne des Wortes die Stunde Null. 62.000 Bomben waren auf die Stadt niedergegangen, nur 18 Häuser standen noch unversehrt, 800 Einwohner zählte die Stadt. Durch die mangelnde Elektrizität und das zerstörte Leitungsnetz waren viele Leute gezwungen Kerzen und offene Laternen zu benutzen, was zu einer großen Anzahl von Bränden führte. Der damalige Feuerwehrkommandant Ing. Josef Strobl begab sich unter zahlreichen Gefahren nach Oberösterreich um die Rückführung des verschleppten Feuerwehrgerätes zu erreichen. Durch die Rückführung der Geräte, es handelte sich um ein Tanklöschfahrzeug, zwei LF/25, zwei LF/8, eine automatische Drehleiter mit 26 m Auszugslänge, einen Lastkraftwagen und ein Mannschaftsfahrzeug, war die Feuerwehr Wiener Neustadt mit einem Schlag zur wohl die für die damalige Zeit am besten ausgerüstete Feuerwehr Niederösterreichs geworden. In den Jahren 1946 und 1947 trat eine große Anzahl von Schülern und Arbeitern der Feuerwehr bei, und ergänzten so die Anzahl jener Kameraden, die aus der Zeit vor 1938 übrig geblieben waren. Auch einige Kriegsheimkehrer fanden wieder zur Feuerwehr.

Die damalige Zeit war gekennzeichnet als Periode rastlosen Aufbaues und rastloser Kleinarbeit. Auch die Fahrzeuge der Rettung, die bis 1952 der Freiwilligen Feuerwehr gehörten und von ihr betrieben wurden, waren um- beziehungsweise auszubauen. Im Jahre 1948 wurde das erste Feuerlöschgerät nach dem Krieg beschafft und zwar wurden auf einem Lastkraftwagenchassis ein Tank mit 3000 l Fassungsvermögen, eine Mannschaftskabine und Geräteräume aufgebaut. Auch eine britische Artilleriezugmaschine wurde mit einem Kran ausgestattet und in Eigenbau zu einem Rüstfahrzeug umgebaut.

Das Jahr 1957 kennzeichnete ein für die niederösterreichischen Feuerwehren sehr wichtiges Ereignis. Die altgedienten Feuerschutzpolizeioffiziere Ing. Strobl, DI Leiß und Josef Mohr aktivierten den Gedanken an eine überörtliche Feuerwehreinsatztruppe, sodass nach ihren Angaben die erste Feuerlösch- und Bergebereitschaft Niederösterreichs ins Leben gerufen und anlässlich des 95. Bestandsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt im Jahre 1957 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Ein Großteil der Fahrzeuge, von denen einige sogar Baujahr 1936 und 1938 waren, waren mittlerweile vom Alter gekennzeichnet. Es musste daran gedacht werden diese zu ersetzten und so entstand 1965 in eigener Werkstätte ein Schlauchfahrzeug, das während der Fahrt 2000 m schon festverkuppelte B-Schläuche auslegen konnte. Ein 2000 l Tanklöschfahrzeug folgte 1967. 1968 konnte die Feuerwehr Wiener Neustadt dank der Unterstützung der Gemeinde und der Bevölkerung einen 8-Tonnen-Autokran Tatra AV 8 anschaffen.

Die weitere Zukunft der Feuerwehr Wiener Neustadt wird vorwiegend vom Engagement des im Jahr 1968 neu gewählten Kommandanten Otto Sommer geprägt.

Vom 3. – 5. Juli 1970 fand in Wiener Neustadt der 51. NÖ Landesfeuerwehrtag und der 20. NÖ Landesfeuerwehrleistungsbewerb statt. An dieser Veranstaltung nahmen etwa 7000 Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich, den angrenzenden Bundesländern und sogar aus dem Ausland, teil.

Zur Sicherung des Nachwuchses wurde 1971 die Feuerwehrjugend gegründet, eine Einrichtung die sich bis zum heutigen Tag bewährt hat. Mehr als zwei Drittel des Nachwuchses kommt auch heute noch aus der Feuerwehrjugend. War das Beitrittsalter zur Zeit der Gründung noch 12 Jahre, so werden seit dem Jahr 1998 bereits Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr aufgenommen.

Die technische Weiterentwicklung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wiener Neustadt war sehr stark beeinflusst von den Bedürfnissen die aus dem Auf- und Ausbau der Stadt entstanden.

Im Jahr 1972 feierte die Feuerwehr ihr 110-jähriges Bestandsjubiläum, bei dem ein neues Tanklöschfahrzeug 4000 und eine hydraulische Drehleiter 30 m mit Korb in Dienst gestellt werden konnten. Im gleichen Jahr wurde noch vom NÖ Landesfeuerwehrverband ein Kommandofahrzeug für den FuB Dienst, ein Rüstfahrzeug und ein Transportfahrzeug mit einer Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt. Schon 2 Jahre später, im Jahre 1974 wurde ein schweres Löschfahrzeug mit einem Wasserwerferanhänger angeschafft. Die Einführung der stillen Alarmierung im Jahr 1975 machte die Alarmierung mit Sirene in weiten Bereichen hinfällig.

Zu einem ganz besonderen Einsatz wurde die Feuerwehr Wiener Neustadt im Jahr 1976 gerufen. In Friaul, in Norditalien, musste nach einer verheerenden Erdbebenkatastrophe die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt werden, ein Einsatz bei dem sich der im Jahr 1957 in Wiener Neustadt gegründete FuB Dienst auch im Ausland bewährte. Am 19. Oktober 1976 kam es zu einem verheerenden Brand bei der Firma Felpla-Hirsch, einem kunststoffverarbeitenden Betrieb. Dieser Einsatz war bis dahin einer der größten Einsätze in der Geschichte der Feuerwehr Wiener Neustadt. 120 Männer aus 12 Feuerwehren waren einen ganzen Tag lang im Einsatz.

Der 1968 indienstgestellte Autokran war in Folge des Ausbaus der Südautobahn und des drastisch zunehmenden Autoverkehrs bereits wieder zu schwach geworden und so konnte im Jahr 1976 ein 20 t Autokran, welcher vom NÖ Landesfeuerwehrverband aus Mitteln des Katastrophenfonds finanziert worden war, in Dienst gestellt werden. Nach jahrelangem Anlauf konnten im Jahr 1978 vom Kommandanten Otto Sommer, der inzwischen auch Bezirksfeuerwehrkommandant geworden war, erste konkrete Gespräche zum Neubau des Feuerwehrhauses geführt werden.

Im gleichen Jahr, nämlich vom 1. bis 3. September 1978, wurde der 13. Bundesfeuerwehrtag und der 4. Bundesfeuerwehrleistungsbewerb in Wiener Neustadt durchgeführt. Wieder einmal bewährte sich die Stadt Wiener Neustadt als Austragungsort einer großen Veranstaltung.

1979 wurde das vorhandene Kommandantenfahrzeug (VW Variant) durch ein neues Fahrzeug der Type Opel Rekord Caravan 2,0 S abgelöst. 1980 kam es zur ersten Installierung einer automatischen Brandmeldeanlage und 1981 wurde ein Tanklöschfahrzeug 4000 auf Magirus-Fahrgestell in Dienst gestellt.

Der Neubau des Feuerwehrhauses ging zügig voran. Parallel mit diesem Neubau wurden aber auch in der Alarmierung neue Akzente gesetzt. Am 17. April 1982 wurde die erste Funksirenenfernsteuerung mit 20 Feuerwehren aus dem Bezirk Wiener Neustadt in Betrieb genommen und im August 1982 folgte die Inbetriebnahme der Gegenstelle zu den Brandmeldeanlagen verschiedener Betriebe in Wiener Neustadt (TUS-Anlage). Am 9. Oktober 1982 war es dann so weit, das neue Feuerwehrhaus wurde offiziell eröffnet.

Im Jahr 1983 wurde Otto Sommer Vorsitzender des Finanzausschusses des NÖ Landesfeuerwehrverbandes und damit Mitglied des Landesfeuerwehrrates. Nach Ing. Josef Strobl war Wiener Neustadt nun wieder offiziell im Landesfeuerwehrrat (früher: Engerer Ausschuss) vertreten. Noch im gleichen Jahr kaufte die Feuerwehr ein Kombifahrzeug (Mazda 323) für Besorgungsfahrten an und im Jänner 1984 konnte ein weiteres Tanklöschfahrzeug 2000 auf Steyr 690 4x4 seiner Bestimmung übergeben werden, gleichzeitig wurde das im Jahre 1967 selbstgebaute Tanklöschfahrzeug 2000 verkauft. Da die technischen Einsätze vor allem auf der Straße immer mehr wurden, musste im November 1984 ein gebrauchtes Abschleppfahrzeug auf Mercedes 808 eingestellt werden.

Bei den Internationalen Feuerwehrwettkämpfen des CTIF im Juli 1985 war erstmals eine Gruppe aus Niederösterreich in der Wettkampfart Feuerwehrsportwettkämpfe vertreten. Drei Mitglieder dieser Gruppe, welche aus Feuerwehrmitgliedern der Bezirke Wiener Neustadt, Melk, Gänserndorf und Baden bestand, kamen aus der Feuerwehr Wiener Neustadt.

1986 wurde ein Atemluftfahrzeug seiner Bestimmung übergeben. Dieses Fahrzeug ist ausgerüstet mit einer Atemluftspeicheranlage, wo 75.000 Liter Atemluft gespeichert sind.

1987 feierte die Feuerwehr Wiener Neustadt ihr 125-jähriges Bestehen mit einem großen Festakt auf dem Hauptplatz. Ca. 800 Mann aus dem Bezirk Wiener Neustadt nahmen an dieser Großveranstaltung teil. Eine Feuerwehrausstellung in der Karmeliterkirche begeisterte –nicht nur Historiker, sondern auch die Jugend.

Noch im gleichen Jahr erfolgte die Einführung einer technischen Neuerung, nämlich die Umstellung auf ein Hakensystem. Ein LKW, Mercedes 1622, mit Hakengerät und einer Abrollpritsche wurden angekauft. Der Wechselladeaufbau Schlauch (2.000 Meter B-Druckschläuche und 800 Meter A-Druckschläuche) folgte 1988. 1989 kam der Wechselladeaufbau Schadstoffe dazu und in den Jahren 1997, 98 und 99 wurden noch drei weitere Wechselladeaufbauten zu diesem System angekauft. Ein Kleinrüstfahrzeug mit Bergeausrüstung auf Mercedes 310 versieht seit 1989 Dienst, und im Jahr 1990 zog das EDV-Zeitalter in die Feuerwehr Wiener Neustadt ein. Begeistert waren alle vom neuen EDV-Programm, welches leider in weiterer Folge bei den Änderungen nicht mehr jenen Komfort brachte, als die Erstausführung. Das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" hat sich wieder einmal als richtig herausgestellt. Erst im Jahr 2002 werden wir wieder den Komfort des Jahres 1990 erreicht haben. Ein neues Tanklöschfahrzeug 2000 mit einer 250 kg Pulverlöschanlage und einer Schnellangriffseinrichtung Schaum von der Firma Lohr, aufgebaut auf ÖAF 17.292 erlebte seine Feuertaufe bei einem Großbrand bei der Firma Valdura in der Wiener Straße. Zwei riesige Werkshallen brannten ab, die Feuerwehr war über 12 Stunden im Einsatz. Auch Nachbarfeuerwehren wurden zu Hilfe gerufen. Ein Schweres Rüstfahrzeug ersetzte im Jahr 1992 eine Fahrzeug ähnlicher Art aus dem Jahr 1977, welches an die Freiwillige Feuerwehr Winzendorf verkauft wurde.

Am 24. Jänner 1992 wird Ing. Herbert Schanda zum Feuerwehrkommandanten als Nachfolger von Otto Sommer gewählt, nachdem er schon seit dem Jahr 1984 als Feuerwehrkommandantstellvertreter und seit dem Jahr 1991 auch schon als Bezirksfeuerwehrkommandant tätig war. Er setzte die Aufbauarbeit von Otto Sommer fort und legte seinen Schwerpunkt auf die Erneuerung des Fuhrparks und in weiterer Folge auf die Anschaffung neuer Einsatzanzüge und Schutzjacken für die Feuerwehrmänner. 1993 wurde ein neues Kommandantenfahrzeug, VW Passat 1,9 TDI, und 1994 ein Kommandantenfahrzeug auf Opel Omega Caravan in Dienst gestellt, gleichzeitig die beiden vorhandenen Kommandantenfahrzeuge ausgeschieden. 1995 folgte ein Mannschaftstransportfahrzeug auf Mercedes 312 D und 1995 konnte als besonderes Gustostück ein Großtanklöschfahrzeug mit 10.000 Liter Wasserinhalt und 1.000 l Schaummitteltank in Betrieb genommen werden. Noch im gleichen Jahr wurde auch eine neue Drehleiter, DLK 23-12 der Firma Magirus, aufgebaut auf einem ÖAF Fahrgestell, Type 14.272 seiner Bestimmung übergeben. Inzwischen wurden auch alle Feuerwehrmänner mit dem neuen Feuerwehrhelm Draeger F2 und neuen textilen Schutzjacken ausgestattet.

Am 03. März 1996 wird Kommandant Herbert Schanda zum Landesfeuerwehr-kommandantenstellvertreter von Niederösterreich gewählt. Der letzte Landesfeuerwehrkommandantenstellvertreter, den Wiener Neustadt stellen konnte, war Ing. Franz Bauer, der 1938 aus seiner Funktion ausschied. Somit war nach 58 Jahren wieder ein Wiener Neustädter in diese hohe Funktion berufen worden.

Nach 21 Jahren tauschte der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband das in Wiener Neustadt stationierte Kranfahrzeug gegen ein neues, stärkeres Fahrzeug aus. Ein Teleskopkran der Firma Liebherr, mit einer Hubkraft von 50 Tonnen, steht seit Herbst 1997 in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Wiener Neustadt. Mit diesem Kranfahrzeug ist es möglich, auch nach Lkw-Unfällen rasch und effizient Hilfe zu leisten. Der enorme Anstieg des Lkw-Verkehrs und überhaupt der Verkehrsituation rechtfertigt diese hohe finanzielle Investition.

Vom 06.-09. Juli 2000 fand in Wiener Neustadt das Landesfeuerwehrjugendlager des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes mit etwa 3600 Teilnehmern statt. Leider musste dieses am 2. Tag nach einem heftigen Gewitter mit starken Windböen und sintflutartigen Regenfällen abgebrochen werden. Eine bestens vorbereitete Veranstaltung versank sprichwörtlich im Wasser.

Für den 16. September 2000 war dann im Raum Wiener Neustadt eine der größten Übungen, welche jemals in Niederösterreich stattgefunden haben, angesagt. Neben der Flugdienstbasisgruppe-Süd mit Stützpunkt in Wiener Neustadt sollte auch gleichzeitig die Landes-Strahlenschutzübung im Tritol-Werk stattfinden und darüber hinaus im Raum Piesting und im südlichen Teil des Bezirkes große FuB-Übungen. Um 07.20 Uhr schrillten aber andere Alarmglocken in Wiener Neustadt, das "Bauhaus" stand in Vollbrand. Es war dies ein Einsatz, der die Männer der Feuerwehr Wiener Neustadt, aber auch Feuerwehren aus dem Bezirk, fast eine Woche lang in Atem halten sollten. 408 Feuerwehrmitglieder aus 37 Feuerwehren waren mit 91 Fahrzeugen beim größten Brand nach 1945 eingesetzt. Die Großübung wurde aber dennoch nicht abgebrochen, sondern plangemäß durchgezogen. Eine Leistung, welche von der Öffentlichkeit voll anerkannt wurde, eine Leistung, die sicher nur die Feuerwehr imstande ist, zu vollbringen.

Knapp vor Weihnachten 2000 wurde dann ein neues Fahrzeug, nämlich ein Hubsteiger mit 30 Meter hoher Teleskopbühne von der Firme Alpina-Toman, aufgebaut bei der Firma Ikarus in Italien, ausgeliefert. Mit diesem modernen Gerät verfügt die Feuerwehr Wiener Neustadt nun über zwei Rettungsgeräte, welche natürlich auch als Arbeitsgerät und vor allem als Löscharm eingesetzt werden können. Mit der Indienststellung einer neuen Funkleitstelle, aufgebaut auf Mercedes Sprinter 313 CD und einem zugehörigen Wechselladeaufbau-Einsatzleitung im Jahr 2001 hat der Fuhrpark der Feuerwehr Wiener Neustadt einen äußerst modernen Stand erreicht.

2006 wurde BR Josef Bugnar zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt gewählt und vom Gemeinderat zum Branddirektor ernannt. Zu seinen Stellvertretern wurden BR Chrsitian Pfeiffer und HBI Wölfgang Watzek gewählt. Im selben Jahr began die komplette Sanierung der Feuerwehrzentrale. Die Arbeiten wurden hauptsächlich von den Freiwilligen geleistet und mit materieller Unterstützung diverser Firmen gefördert.
Ein Kommandantenfahrzeug Kia Sorento und ein Lastfahrzeug Renault wurden angeschafft.